12.03.19

Das Landgericht Berlin hat entschieden, dass Mieter, deren Wohnung gekündigt wurde, vom Vermieter allein unter Berufung auf ihr hohes Lebensalter die zeitlich unbestimmte Fortsetzung des Mietverhältnisses verlangen können.

Die Klägerin wollte den Beklagten wegen Eigenbedarfs kündigen. Die 87 und 84 Jahre alten Mieter widersprachen der Kündigung mit Verweis auf ihr Alter und ihren Gesundheitszustand. Das Gericht entschied, dass der Verlust der Wohnung auch unabhängig von gesundheitlichen Folgen eine „Härte“ für die Beklagten darstelle. Das Gericht legte nicht abschließend fest, ab welchem Alter ein Härtefall vorliegt. Das Alter der Beklagten, die zum Zeitpunkt der Kündigungserklärung bereits über 80 Jahre alt gewesen seien, sei jedoch „nach sämtlichen in Betracht zu ziehenden Beurteilungsmaßstäben hoch“.

Zu beachten ist, dass die Kündigung doch durchgreifen kann, wenn der Vermieter „besonders gewichtige persönliche oder wirtschaftliche Nachteile“ geltend machen kann. Derartige Nachteile lagen im entschiedenen Fall aber nicht vor.